Meine Sonntagspredigt...wie gewohnt zum nachlesen

30.07.2017

Sonntagspredigt


Wir wollen nicht wahrhaben, verdrängen es lieber oder beschuldigen zu Recht oder zu Unrecht alle möglichen Leute, die Gesellschaft oder den Zeitgeist, den keiner wirklich kennt. Manche meinen immer noch, dass die Mehrheit der Bevölkerung christlich ist. Obwohl die Zahlen widersprechen, immer mehr ihr kirchliches Christsein aufgeben, zudem hierzulande Häme und Lügen über das Christentum zunehmen, wollen etliche nicht wahrhaben, dass immer mehr Menschen, vor allem jüngere nicht mehr fragen, ob es Gott gibt, nimmt die Bedeutung der Religionen zunehmend ab. Medial noch präsent in Talkshows oder Fernsehfilmen wie aus einer anderen Welt, erleben wir Touristen, die über christliche Kultur und Kunst der Vergangenheit staunen, sich aber vom Inhalt nicht ansprechen lassen. Sie sehen das ohne eine Bedeutung für ihr Leben. Trotz Schuldeingeständnissen der Kirche, trotz langsamer Annäherung an Wissenschaften, trotz kritischer Veränderungen unseres Glaubens, trotz mancher Reformen suchen immer weniger Menschen nach Gott, nach Sinn und Halt durch das Christentum. In Verkennung des Christentums beschwören es manche als moralischen Kitt der pluralen Gesellschaft, als Agentur für Werte ähnlich wie es die Agentur für Arbeit gibt, wie es Versicherungen für alles Mögliche gibt. Ansonsten leben immer mehr Menschen gut ohne Glauben, ohne Gott. Bei uns hätte es Jesus heute schwer; selbst in den Kirchen. Denn das bisher Vertraute, Bekannte Gewohnte aufgeben, um etwas Besseres zu suchen, zu bekommen, davor scheuen sich viele.Das Christentum ist kein Selbstbestätigungsverein oder Folklo-reveranstalter,sondern verändert Menschen und Menschsein; doch haben Christen davor Angst wie vor jeder Veränderung im Leben. Doch jedes Leben ist Veränderung. Manchmal ist es der Druck durch andere Men-schen, der sich uns ändern lässt, manchmal leiden wir sehr an unseren eigenen Lebensumständen und bitteren Situationen, sodass wir uns aufraffen, manches in unserem Denken und Verhalten, Gefühlen und Alltag zu verändern. Es ist mehr als nur ein Kleidungswechsel oder die Anschaffung neuer Möbel.Wir geben manches auf,um ein besseres Leben und Menschsein zu erlangen. Die Beispiele vom Landwirt, Juwelier und Fischer, die Jesus nennt, erzählen vom Mut der alltäglichen Menschen, Berufe, von denen viele lebten. Einfache Menschen, die etwas Wesentliches, etwas Wertvolles in ihrem Leben entdecken, etwas was zu ihnen passt; schein-bar nichts Ungewöhnliches und doch etwas, was sich lohnt zu bekommen. Etwas, das sie wirklich leben lässt. In ihrem Alltag entdecken sie das, was ihnen Leben schenkt. Es ist die Chance ihres Lebens, dafür geben sie manches auf, dafür lohnt es sich Grenzen ihres bisher Gewohnten, Bekannten zu überschreiten. Der eine findet einen Schatz, der andere eine wertvolle Perle, alles was zu ihnen passt und sie doch anders besser leben lässt, dafür verändern sie ihr Leben. Nach außen bleiben sie was sie sind, doch leben sie gelungener, glücklicher, sinnvoller wie zuvor. Eben weil sie nicht wie immer leben, sondern zu Veränderungen, neuen Einsichten bereit sind, entdecken sie das Leben, das für sie bereit liegt. So erfahren sie Gottes Zuwendung und Gegenwart für sich. Indem sie gute Wenden ent-decken, entdecken sie Gott, der sie aufleben lässt, der ihnen wirkliches Leben schenkt. Doch heißt das Veränderung, wenn wir in unserem Leben entdecken, was uns leben lässt, was uns Sinn und Liebe, Zukunft und Gottes Gegenwart finden lässt. Es ereignet sich da, wo wir leben und ar-beiten, inmitten des Alltags, der sich dann wandelt. Doch dieser Wandel, diese Freude über ein besseres Leben, verändert unser Denken und Hand-eln. Wir wollen, dass auch andere solch einen Schatz, einen Lebenssinn, Gott in ihrem Alltag, in ihrem Leben entdecken können. Es ist diese Su-che nach dem guten Leben, nach der Wahrheit in unserem Leben, nach der wahren Wirklichkeit, nämlich Gott, die uns leben, aufleben lässt. Aber diese Suche verändert uns immer wieder, lässt genauer hinschauen auf das, was uns widerfährt, was wir denken, tun, fühlen. Auf was und wen bauen wir also unser Leben letztlich? Solange wir nach dem Woher unse-rer eigenen Person und nach dem Wohin im Sterben fragen, verändern wir uns stetig, bleiben wir Schatzsucher, um zu leben, sinnvoll, getragen, geliebt, versöhnt. Wer diese Frage nicht mehr stellt, lebt vorbei, vergeudet sein Leben, das ist die deutliche Warnung Jesu. Am Ende werden wir gewiss, doch wer nie sein eigenes Ende im Blick hat, lebt vorbei. So ist der Christenmensch, der inmitten seines Alltages Altes und zugleich Neues entdecken kann, der aus gemachten Lebenserfahrungen lernt, der Weniges als tragende und sinnschenkende Grundwahrheit entdeckt hat und doch zugleich Neues,Überraschendes,Beglückendes,Freude entdeckt und dafür sein Leben ändert,manches Bisherige, Gewohnte aufgibt, um besser, sinnvoller zu leben. Wenn wir solches schon im Zwischenmenschlichen erleben, um wieviel mehr lohnt es sich inmitten unseres Alltages solches mit der wahren Wirklichkeit unseres Lebens, nämlich Gott zu erleben.



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